Strafrechtsübereinkommen über Korruption

Alte FassungIn Kraft seit 08.12.2015

§ 0

Strafrechtsübereinkommen über Korruption

Kurztitel

Strafrechtsübereinkommen über Korruption

Kundmachungsorgan

BGBl. III Nr. 1/2014

Typ

Vertrag – Multilateral

§/Artikel/Anlage

§ 0

Inkrafttretensdatum

08.12.2015

Außerkrafttretensdatum

15.07.2016

Unterzeichnungsdatum

27.01.1999

Index

29/08 Strafrecht

Langtitel

(Übersetzung)

Strafrechtsübereinkommen über Korruption

StF: BGBl. III Nr. 1/2014 (NR: GP XXIV RV 2364 AB 2467 S. 216 . BR: AB 9108 S. 823 .)

Änderung

BGBl. III Nr. 148/2014 (K - Geltungsbereich)

BGBl. III Nr. 149/2014 (K - Geltungsbereich Z)

BGBl. III Nr. 34/2015 (K - Geltungsbereich Z)

BGBl. III Nr. 41/2015 (K - Geltungsbereich Z)

BGBl. III Nr. 181/2015 (K – Geltungsbereich Z)

BGBl. III Nr. 182/2015 (K – Geltungsbereich)

Sprachen

Englisch, Französisch

Vertragsparteien

*Albanien III 1/2014, III 2/2014 Z *Andorra III 1/2014, III 34/2015 Z, III 182/2015 *Armenien III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015 *Aserbaidschan III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015 *Belarus III 1/2014, III 34/2015 Z *Belgien III 1/2014, III 2/2014 Z *Bosnien-Herzegowina III 1/2014, III 2/2014 Z *Bulgarien III 1/2014, III 2/2014 Z *Dänemark III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014 *Estland III 1/2014 *Finnland III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015 *Frankreich III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014 *Georgien III 1/2014, III 149/2014 Z *Griechenland III 1/2014, III 2/2014 Z *Irland III 1/2014, III 2/2014 Z *Island III 1/2014, III 2/2014 Z *Italien III 1/2014 *Kroatien III 1/2014, III 2/2014 Z *Lettland III 1/2014, III 2/2014 Z *Litauen III 1/2014, III 2/2014 Z *Luxemburg III 1/2014, III 2/2014 Z *Malta III 1/2014, III 149/2014 Z *Mazedonien III 1/2014, III 2/2014 Z *Moldau III 1/2014, III 2/2014 Z *Monaco III 1/2014, III 2/2014 Z *Montenegro III 1/2014, III 2/2014 Z *Niederlande III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 149/2014 Z *Norwegen III 1/2014, III 2/2014 Z *Polen III 1/2014, III 149/2014 Z *Portugal III 1/2014, III 41/2015 Z *Rumänien III 1/2014, III 2/2014 Z *Russische F III 1/2014 *Schweden III 1/2014, III 2/2014 Z *Schweiz III 1/2014, III 2/2014 Z, III 181/2015 Z, III 182/2015 *Serbien III 1/2014, III 2/2014 Z *Slowakei III 1/2014, III 2/2014 Z *Slowenien III 1/2014, III 2/2014 Z *Spanien III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014 *Tschechische R III 1/2014 *Türkei III 1/2014, III 34/2015 Z *Ukraine III 1/2014, III 2/2014 Z, III 181/2015 Z, III 182/2015 *Ungarn III 1/2014, III 148/2014, III 41/2015 Z, III 182/2015 *Vereinigtes Königreich III 1/2014, III 2/2014 Z *Zypern III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014

Ratifikationstext

(Anm.:letzte Anpassung durchKundmachungBGBl. III Nr. 182/2015)

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 25. September 2013 beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt; das Übereinkommen tritt gemäß seinem Art. 32 Abs. 4 für Österreich mit 1. Jänner 2014 in Kraft.

Anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde wurde gemäß Art. 29 Abs. 1 des Übereinkommens als zentrale Behörde notifiziert:

„Bundesministerium für Justiz

Museumstraße 7

1070 Wien

Österreich“.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs des Europarats haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert, angenommen oder sind diesem beigetreten:

Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark (ohne Färöer und Grönland), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, Niederlande (für das Königreich in Europa und den karibischen Teil der Niederlande (die Inseln Bonaire, Sint Eustatius und Saba)), Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich (einschließlich Jersey), Zypern.

Nach Mitteilungen des Generalsekretärs des Europarats haben nachstehende Staaten ihre erklärten Vorbehalte gemäß Art. 37 und in Übereinstimmung mit Art. 38 des Strafrechtsübereinkommens über Korruption (BGBl. III Nr. 1/2014) für weitere drei Jahre wie folgt erneuert:

  1. Andorra am 21. November 2014 beginnend ab 1. September 2014;
  2. Armenien am 16. Dezember 2014 beginnend ab 1. Mai 2015;
  3. Aserbaidschan am 19. Oktober 2015 beginnend ab 1. Juni 2016;
  4. Dänemark am 24. März 2014 beginnend ab 1. Juli 2014;
  5. Finnland am 21. Juli 2014 beginnend ab 1. Februar 2015;
  6. Frankreich am 17. Juni 2014 beginnend ab 1. August 2014;
  7. die Niederlande am 31. März 2014 beginnend ab 1. August 2014;
  8. die Schweiz am 25. März 2015 beginnend ab 1. Juli 2015;
  9. Spanien am 10. Jänner 2014 beginnend ab 1. August 2013;
  10. Ungarn am 14. März 2014 beginnend ab 1. Juli 2014;
  11. Zypern am 11. Februar 2014 beginnend ab 1. Juli 2014.

Vorbehalte und Erklärungen: Vorbehalte und Erklärungen zu diesem Übereinkommen – mit Ausnahme derer Österreichs und territorialer Anwendungen – werden im Teil III des Bundesgesetzblattes nicht veröffentlicht. Sie sind in englischer und französischer Sprache auf der Webseite des Europarats unter http://conventions.coe.int/ abrufbar [SEV Nr. 173 ]:

Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russische F, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische R, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern

Schweiz

Die Schweiz hat am 25. März 2015 die gemäß Art. 36 des Übereinkommens abgegebene Erklärung für weitere drei Jahre, beginnend ab 1. Juli 2015, erneuert.

Ukraine

Einer weiteren Mitteilung des Generalsekretärs zufolge hat die Ukraine am 16. Oktober 2015 eine Erklärung hinsichtlich der Anwendung und Umsetzung des Übereinkommens in den derzeit nicht von der ukrainischen Regierung kontrollierten Teilen ihres Staatsgebiets abgegeben.

Ungarn

Ferner hat Ungarn am 27. Februar 2015 seinen erklärten Vorbehalt zu Art. 8 des Übereinkommens zurückgezogen.

Präambel/Promulgationsklausel

Der Nationalrat hat beschlossen:

  1. 1. Der Abschluss des gegenständlichen Staatsvertrages wird gemäß Art. 50 Abs. 1 Z 1 B-VG genehmigt.
  2. 2. Dieser Staatsvertrag ist im Sinne des Art. 50 Abs. 2 Z 4 B-VG durch Erlassung von Gesetzen zu erfüllen.

Präambel

Die Mitgliedstaaten des Europarats und die anderen Staaten, die dieses Übereinkommen unterzeichnen,

in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen;

in Anerkennung der Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit mit den anderen Unterzeichnerstaaten dieses Übereinkommens;

überzeugt von der Notwendigkeit, mit Vorrang eine auf den Schutz der Gesellschaft vor Korruption gerichtete gemeinsame Strafrechtspolitik zu verfolgen, unter anderem durch Annahme geeigneter Rechtsvorschriften und Ergreifung geeigneter Vorbeugungsmaßnahmen;

unter Hinweis darauf, dass die Korruption eine Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit, der Demokratie und der Menschenrechte darstellt, die Grundsätze verantwortungsbewussten staatlichen Handelns, der Billigkeit und der sozialen Gerechtigkeit untergräbt, den Wettbewerb verzerrt, die wirtschaftliche Entwicklung behindert und die Stabilität der demokratischen Institutionen und die sittlichen Grundlagen der Gesellschaft gefährdet;

in der Überzeugung, dass zur wirksamen Bekämpfung der Korruption eine verstärkte, zügige und gut funktionierende internationale Zusammenarbeit in Strafsachen nötig ist;

erfreut über jüngste Entwicklungen, die auf internationaler Ebene zu einem geschärften Bewusstsein und besserer Zusammenarbeit im Kampf gegen die Korruption beitragen, einschließlich der Maßnahmen der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, der Welthandelsorganisation, der Organisation Amerikanischer Staaten, der OECD und der Europäischen Union;

im Hinblick auf das Aktionsprogramm gegen Korruption, das im November 1996 vom Ministerkomitee des Europarats auf die Empfehlungen der 19. Konferenz der europäischen Justizminister (La Valletta 1994) hin angenommen worden ist;

unter Hinweis darauf, wie wichtig in diesem Zusammenhang die Teilnahme der Nichtmitgliedstaaten an den Tätigkeiten des Europarats zur Bekämpfung der Korruption ist, und erfreut über deren wertvollen Beitrag zur Verwirklichung des Aktionsprogramms gegen Korruption;

ferner unter Hinweis darauf, dass in der von den europäischen Justizministern auf ihrer 21. Konferenz (Prag 1997) angenommenen Entschließung Nr. 1 die rasche Umsetzung des Aktionsprogramms gegen Korruption gefordert und insbesondere die Ausarbeitung eines Strafrechtsübereinkommens über Korruption empfohlen wird, in dem das koordinierte Unter-Strafe-Stellen von Korruptionsdelikten, eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Verfolgung solcher Delikte und ein wirkungsvoller Überwachungsmechanismus, zu dem Mitgliedstaaten und Nichtmitgliedstaaten gleichberechtigt Zugang haben, vorgesehen sind;

eingedenk dessen, dass die Staats- und Regierungschefs des Europarats bei ihrem Zweiten Gipfel vom 10. und 11. Oktober 1997 in Straßburg beschlossen haben, gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen zu suchen, die sich durch die Ausbreitung der Korruption stellen, und einen Aktionsplan angenommen haben, mit dem die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Korruption, einschließlich ihrer Verbindungen zum organisierten Verbrechen und zur Geldwäsche, gefördert werden soll und das Ministerkomitee insbesondere beauftragt wird, die Ausarbeitung völkerrechtlicher Übereinkünfte entsprechend dem Aktionsprogramm gegen Korruption rasch abzuschließen;

ferner in der Erwägung, dass in der Entschließung (97) 24 über die 20 Leitlinien zur Bekämpfung der Korruption, angenommen vom Ministerkomitee auf seiner 101. Tagung am 6. November 1997, die Notwendigkeit unterstrichen wird, die Ausarbeitung völkerrechtlicher Übereinkünfte entsprechend dem Aktionsprogramm gegen Korruption rasch abzuschließen;

in Anbetracht der am 4. Mai 1998 auf der 102. Tagung des Ministerkomitees erfolgten Annahme der Entschließung (98) 7 zur Genehmigung des erweiterten Teilabkommens über die Einrichtung der „Staatengruppe gegen Korruption – GRECO“1, deren Ziel es ist, die Fähigkeit ihrer Mitglieder zur Bekämpfung der Korruption zu verbessern, indem sie die Erfüllung ihrer Verpflichtungen in diesem Bereich überwacht –

sind wie folgt übereingekommen:

_______________________________

1 Kundgemacht in BGBl. III Nr. 155/2006.

Schlagworte

e-rk3,

Staatschef

Zuletzt aktualisiert am

16.12.2025

Gesetzesnummer

20008759

Dokumentnummer

NOR40176961

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