European Case Law Identifier: ECLI:AT:OGH0002:2023:0120NS00058.23K.1005.000
Rechtsgebiet: Strafrecht
Spruch:
Hofrat des Obersten Gerichtshofs * ist von der Entscheidung über die gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Graz vom 17. Jänner 2023, AZ 8 Bs 288/22x, erhobene Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes ausgeschlossen.
An seine Stelle tritt Hofrat des Obersten Gerichtshofs *.
Gründe:
[1] Der Oberste Gerichtshof hat zu AZ 15 Os 119/23y über den im Spruch genannten Rechtsbehelf zu entscheiden.
[2] Hofrat des Obersten Gerichtshofs * ist Mitglied des zuständigen Senats 15. Er wirkte allerdings im Verfahren als Richter des Oberlandesgerichts Graz an der angefochtenen Entscheidung mit.
Rechtliche Beurteilung
[3] Nach § 43 Abs 3 erster Fall StPO ist ein Richter eines Rechtsmittelgerichts ausgeschlossen, wenn er selbst im Verfahren als Richter der ersten Instanz tätig gewesen ist. Da der Begriff der ersten Instanz organisatorisch zu verstehen ist, folgt die Ausgeschlossenheit auch eines Richters des Obersten Gerichtshofs, wenn er im Verfahren als Richter eines untergeordneten Gerichts an jener Entscheidung mitgewirkt hat, gegen die sich die Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes richtet (RIS‑Justiz RS0124109; 12 Ns 59/14v; vgl Lässig, WK‑StPO § 43 Rz 28).
[4] Hofrat des Obersten Gerichtshofs * ist daher von der Entscheidung über den in Rede stehenden Rechtsbehelf ausgeschlossen.
[5] Hofrat des Obersten Gerichtshofs * tritt aufgrund der laufenden Vertretungsregelung der Geschäftsverteilung des Obersten Gerichtshofs an seine Stelle (§ 45 Abs 2 StPO).
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