In Fortführung von BGH III ZR 249/09 (RdW 2010/560, 553) hat der dt BGH ausgesprochen, dass es nicht die eigentliche Funktion des Prospekts sei, die Richtigkeit der im Rahmen eines mündlichen Beratungs- oder Vermittlungsgesprächs gemachten Angaben lange Zeit nach der Anlageentscheidung kontrollieren zu können. Selbst wenn man aber der Meinung wäre, ein Anleger würde aus Anlass der Entdeckung eines Aufklärungs- oder Beratungsfehlers Veranlassung haben, den Prospekt zu studieren, beschränke sich dies auf etwaige, die Pflichtverletzung unmittelbar betreffende Passagen. Den Anleger treffe jedoch keine - im Fall der Unterlassung mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit verbundene - Obliegenheit, bei Entdeckung eines Fehlers den regelmäßig sehr umfangreichen Anlageprospekt (hier 56 Seiten) vorsorglich auf mögliche weitere Fehler durchzuarbeiten. BGH 22. 7. 2010, III ZR 203/09.