Das dBVerG hat in seiner Entscheidung vom 17. 11. 2023 (1 BvR 1076/23) ausgeführt: "Mit der herangezogenen Eltern-Kind-Entfremdung wird auf das überkommene und fachwissenschaftlich als widerlegt geltende Konzept des Parental Alienation Syndrom (kurz PAS) zurückgegriffen. Das genügt als hinreichend tragfähige Grundlage für eine am Kindeswohl orientierte Entscheidung nicht. Soweit ersichtlich besteht nach derzeitigem Stand der Fachwissenschaft kein empirischer Beleg für eine elterliche Manipulation bei kindlicher Ablehnung des anderen Elternteils oder für die Wirksamkeit einer Herausnahme des Kindes aus dem Haushalt des angeblich manipulierenden Elternteils (vgl , ZKJ 2023, 43 ff, 83 ff)."Im Zentrum des vorliegenden Beitrags geht es um Entstehungsweisen und Gründe für schwerwiegende Eltern-Kind-Kontaktprobleme sowie vom Kind ausgehende Beziehungsbrüche zu einem Elternteil aus Sicht einer psychologischen Sachverständigen. Dabei wird auf das immer wieder ins Feld geführte Konstrukt des Parental Alienation Syndrome (PAS) kritisch eingegangen sowie auch aktuelle Forschung diskutiert, die in Richtung einer systemischen Perspektive weist.

