vorheriges Dokument
nächstes Dokument

Zulässige Bindung einer Prämie an ungekündigtes Dienstverhältnis zu bestimmtem Stichtag

RechtsprechungArbeitsrechtBearbeiter: Manfred LindmayrARD 7009/8/2026 Heft 7009 v. 29.7.2026

ABGB: § 1154

OLG Wien 28. 1. 2026, 7 Ra 94/25g

Nach dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ist der Arbeitgeber verpflichtet, einzelne Arbeitnehmer nicht willkürlich, also ohne sachliche Rechtfertigung schlechter zu behandeln als die übrigen. Dies gilt auch für freiwillige Leistungen, auf die die Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch haben. Der Arbeitgeber ist jedoch berechtigt, freiwillige Zuwendungen an seine Dienstnehmer an bestimmte Bedingungen zu knüpfen oder auf eine bestimmte Gruppe von Dienstnehmern zu beschränken, solange er dabei nicht willkürlich und sachfremd differenziert. Der Gleichbehandlungsgrundsatz hindert den Arbeitgeber nicht daran, in zeitlicher Hinsicht zu differenzieren, etwa Vergünstigungen den ab einem bestimmten Zeitpunkt in Betracht kommenden Arbeitnehmern nicht mehr zu gewähren. Dementsprechend ist auch die Entscheidung eines Arbeitgebers, freiwillige Zuwendungen (hier: eine Mitarbeiterprämie) jenen Dienstnehmern vorzubehalten, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt noch in einem aufrechten Dienstverhältnis befinden, keine unsachliche Differenzierung (vgl OGH 24. 5. 2023, 8 ObA 30/23d, ARD 6855/9/2023). (Urteil rechtskräftig)

Sie möchten den gesamten Inhalt lesen?

Melden Sie sich bei Lexis 360® an.
Anmelden

Sie haben noch keinen Zugang?
Lexis+ ist die Evolution von Lexis 360®
Jetzt Lexis+ kostenfrei testen!

Stichworte