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VIII. Wegfall oder Beschränkung des Unterhaltsanspruchs (Deixler-Hübner)

Deixler-Hübner3. AuflMai 2025

A. Unterhaltsverwirkung

Gem § 74 EheG wird der nacheheliche Unterhalt verwirkt, wenn sich der Unterhaltsberechtigte nach der Scheidung einer schweren Verfehlung gegen den Verpflichteten schuldig macht, oder gegen dessen Willen einen ehrlosen oder unsittlichen Lebenswandel führt. Obwohl der OGH die drei Missbrauchs- bzw Verwirkungstatbestände gem § 94 Abs 2 ABGB, § 68a Abs 3 EheG und § 74 EheG idR gleichstellt,1991991 Ob 253/12f iFamZ 2013/146 ( Deixler-Hübner) = EF-Z 2013/172; vgl auch 3 Ob 192/11y iFamZ 2012/151 = Zak 2012/254;9 Ob 50/18w EvBl-LS 2019/58 (Rohrer), vgl Deixler-Hübner in Schoditsch § 94 ABGB Rz 120. ist zu beachten, dass hier einer

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seits nur besonders gravierende Verfehlungen200200Vgl 2 Ob 219/11m EFSlg 134.903; 3 Ob 86/16t iFamZ 2016/227 ( Deixler-Hübner) = EF-Z 2017/12 (Moser); 4 Ob 15/19p JusGuide 2019/18/17652 (OGH); 3 Ob 114/22v. nach der Scheidung – Verfehlungen während der Ehe sind unerheblich2012018 Ob 63/02a EFSlg 100.936; 4 Ob 77/16a EFSlg 150.317. – releviert werden können, andererseits sich spezifische Missbrauchstatbestände nur auf die aufrechte Ehe beziehen können – etwa eine Verletzung der Treueverpflichtung. Maßgebend kann idZ aber nach der Rsp auch ein Verhalten sein, das zwar noch während aufrechter Ehe, aber nach unheilbarer Ehezerrüttung gesetzt wurde.2022026 Ob 108/08p iFamZ 2008/169 = EF-Z 2008/139; Gitschthaler in Gitschthaler/Höllwerth, EuPR2 § 94 ABGB Rz 315. Jedenfalls muss es sich um eine so schwerwiegende Verfehlung handeln, dass dem Unterhaltspflichtigen die Unterhaltsleistung auch für die Zukunft nicht mehr zumutbar ist.2032033 Ob 245/05h EFSlg 114.333 = Zak 2006/354; 1 Ob 253/12f iFamZ 2013/146 ( Deixler-Hübner) = EF-Z 2013/172; Hopf/Kathrein3 § 74 EheG Rz 5; Gitschthaler in Gitschthaler/Höllwerth, EuPR2 § 74 EheG Rz 2; Mautner-Lassnig in Fenyves/Kerschner/Vonkilch, ABGB3 § 74 EheG Rz 7; Gitschthaler, Unterhaltsrecht Rz 1587.

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