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Frage der Zurechnungsfähigkeit, Sachverständigengutachten ist nicht unbedingt erforderlich

Judikaturübersicht VerwaltungVStGJudikaturGerhard PürstlZVR 2026/93ZVR 2026, 235 - 236 Heft 4 v. 2.4.2026

I. Gem § 3 Abs 1 VStG ist nicht strafbar, wer zur Zeit der Tat wegen Bewusstseinsstörung, wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit oder wegen Geistesschwäche unfähig war, das Unerlaubte der Tat einzusehen oder dieser Einsicht gemäß zu handeln. Die Zurechnungsfähigkeit bildet demnach eine unbedingte Voraussetzung der Strafbarkeit. Die Frage, ob der Täter zur Zeit der Tat zurechnungsunfähig iSd § 3 Abs 1 VStG war, ist eine Rechtsfrage (vgl das Erk VwGH 10. 10. 1990, 90/03/0140 mwN). Sie kann - wenn Indizien in Richtung einer mangelnden Zurechnungsfähigkeit zur Tatzeit vorliegen - nur durch ein medizinisches Sachverständigengutachten - in der Regel aus dem Fachgebiet der Psychiatrie - geklärt werden (vgl das Erk VwGH 29. 1. 1992, 91/03/0303 mwN).

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