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Günter Krapf/Jutta Keul, Arbeitslosenversicherungsgesetz. Praxiskommentar. 2 Bände. 1. - 2. Lieferung. Stand: Juli 2006. Verlag LexisNexis ARD Orac. € 170,-.

Rezensionenao.Univ.-Prof. Dr. Reinhard Reschzuvo 2007/25zuvo 2007, 28 Heft 1 v. 22.5.2007

Mit Krapf und Keul legen zwei einschlägig in der Beratung der Arbeiterkammer Wien tätige Experten einen neuen Kommentar zum AlVG vor. Der Kommentar ist mit der 2. Lieferung komplett erschienen und bringt eine - in durchgehend nummerierten Randziffern - gefasste Aufarbeitung des AlVG. Ziel ist eine auch für juristische Laien verständliche Aufarbeitung der Arbeitslosenversicherung. Dem entsprechen die Autoren dadurch, dass das Schwergewicht auf einer - sehr gründlichen - Dokumentation der maßgeblichen Judikatur gelegt wird. Der Rechtsanwender wird am vorliegenden Werk allerdings nicht nur die gute Judikaturdokumentation schätzen, denn besonders interessant sind für die Praxis auch die im 2. Band abgedruckten Richtlinien des AMS. Das Werk kommt dem Rechtsanwender mit seiner starken Praxisorientierung entgegen, verdient das Prädikat „Praxiskommentar“ und fungiert damit durchaus als wichtiger Eckstein im Verlagsprogramm. Die Autoren haben allerdings auch zu einigen Streitfragen inhaltlich Stellung bezogen: Ausführlich wird etwa zur Definition der angemessenen Entlohnung gem § 9 Abs 2 AlVG Stellung bezogen, wobei die Autoren dafür plädieren, auf die Betriebs-, Branchen- bzw Ortsüblichkeit abzustellen (Rz 242). Ob der VwGH, der bereits bisher den kollektivrechtlichen Mindestlohn als angemessene Entlohnung akzeptiert hat und damit durch den Gesetzgeber in dieser Position noch gestärkt wurde, zu einer Korrektur seiner Position bereit sein wird, kann bezweifelt werden. Gegenüber der Wegezeitregelung für Teilzeitbeschäftigte sehen die Autoren verfassungsrechtliche Bedenken (Rz 247).

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