Der Fall Skokie ist einer der bekanntesten und umstrittensten Fälle im Zusammenhang mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung in den Vereinigten Staaten, der grundlegend die Frage aufwirft, wie weit das Recht auf freie Meinungsäußerung im Falle von Hassideologien reichen darf. Die Studie zeigt, wie eine Kleinstadt zum Mittelpunkt einer provokativen Demonstrationsaktion der NSDAP wurde, und analysiert die Intervention der ACLU, die auch den Schutz extremster Meinungen im Lichte des ersten Zusatzartikels der Verfassung für gerechtfertigt hielt. Im Rahmen der Gerichtsverfahren erkannten die Gerichte schließlich das Demonstrationsrecht der Nazis an, lehnten jedoch die Rechtmäßigkeit der inhaltlichen Zensur ab. Die Arbeit gibt einen Überblick über die Fortdauer des Skokie-Falls im digitalen Raum und vergleicht die Unterschiede zwischen den amerikanischen und europäischen Vorschriften zur Hassrede, wobei sie besonders auf die rechtlichen Neuerungen der NetzDG und der DSA eingeht. Schließlich sucht die Studie nach einer Antwort auf die Frage, inwieweit die klassischen Grundsätze der Meinungsfreiheit im Zeitalter der Online-Hassrede anwendbar sind.

