„There is certainly a certain uncertainty“ - so trefflich umschrieb eine Vertreterin der EU-Kommission - wenn auch in unfreiwilliger Komik - die aktuelle Lage anlässlich der jüngsten OECD-Prognosesitzung. Tatsächlich wird das internationale Konjunkturbild (noch) stärker von Unsicherheiten geprägt als üblich. War der Ölpreisanstieg nur vorübergehend oder müssen wir mit permanent höheren Energiekosten rechnen? Werden die asiatischen Zentralbanken weiterhin bereit sein, das gigantische Zahlungsbilanzdefizit der USA zu finanzieren? Wird es in China nach dem Höhenflug zu einer harten Landung kommen? Platzen die Immobilienpreisblasen in den USA und Großbritannien, die wesentlich für die Konsumbereitschaft der dortigen Haushalte verantwortlich waren? Werden die europäischen Exporteure den hohen Euro-Kurs verkraften? Dieser kleine Auszug aus der aktuellen Liste der Fragen, welche die zukünftige Wirtschaftentwicklung maßgeblich beeinflussen, demonstriert eindrucksvoll die gegenwärtige Labilität der Konjunkturlage.
