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Schadenersatz wegen unfallbedingter Mehrkosten des Hausumbaus führt zu keiner nachträglichen Minderung der Anschaffungskosten

StInfo 2002/116 Heft 11 v. 18.6.2002

Zu Hofstätter/Reichel, Die Einkommensteuer (EStG 1988): EStG § 4 EStG Bd. II, Rspr. zu § 4VwGH 19. 3. 2002, 96/14/0087

Wird dem Abgabepflichtigen, der sein Haus zu 9 % betrieblich nutzt (Arbeitszimmer), wegen unfallbedingter Mehrkosten des Hausumbaus von der Versicherung Schadenersatz bezahlt, wird dieser Schadenersatz nicht von einem Bauausführenden, sondern von einem Drittem gewährt, weswegen die bereits begründeten Zahlungsverpflichtungen durch den Schadenersatz nicht rückgängig gemacht worden sind. Vielmehr setzt die Geltendmachung des Schadenersatzes voraus, dass die zu den Anschaffungskosten führenden Zahlungsverpflichtungen unverändert bestehen. Der Schadenersatz des Dritten beruht in diesem Fall auf einem rechtlich und wirtschaftlich eigenständigen Titel, der auch steuerlich gesondert zu beurteilen ist. Somit führt der Schadenersatz zu keiner nachträglichen Minderung der Anschaffungskosten des Hauses, sodass sich die anteilige AfA für das betrieblich genutzte Arbeitszimmer von den gesamten Herstellungskosten bemisst. Der Schadenersatz ist anteilig als Betriebseinnahme anzusehen, der die von den tatsächlichen Anschaffungskosten berechnete anteilige AfA als Betriebsausgabe gegenübersteht.

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