In ihrem Sammelband „Artificial Intelligence and Competition Policy“ bringen Alden Abbott und Thibault Schrepel im Rahmen von insgesamt 20 Beiträgen Autorinnen und Autoren aus vielen Ländern zusammen, um die gesamte Bandbreite der Auffassungen von der und Zugängen zur Problematik von Künstlicher Intelligenz (KI) und Wettbewerbspolitik/Kartellrecht zu beleuchten. Die Beiträge sind meistens einer von zwei Hauptströmungen zuzuordnen, je nachdem ob für oder gegen ein frühes regulatorisches Eingreifen nach dem Vorsorgeprinzip plädiert wird, bzw ob selbstkorrigierenden/selbstregulierenden Marktkräften mehr oder weniger Eigeninteresse an einer Begrenzung potentiell ausufernder Praktiken zugeschrieben wird. Insofern lassen sich die Beiträge auch meistens ordoliberalen/neoliberalen Überzeugungen im Sinne der Freiburger/Chicagoer Schule zurechnen. Neben dem Wunsch, der Innovation nicht im Wege zu stehen, ist ein wichtiges Argument derer, die frühzeitige Regulierung ablehnen, der Verweis auf mögliche Vereinnahmung der Regulierung (regulatory capture) durch etablierte Betriebe (incumbents). Wer hingegen frühes Eingreifen als erforderlich bzw sogar unerlässlich erachtet, betont meistens, dass durch KI ganz neuartige und schwerwiegende Formen von Wettbewerbsverfälschung und Missbrauch entstehen könnten.

