Angesichts der Klimaneutralitätsziele der EU rücken die E-Mobilität und der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in ihren Fokus. Damit gerät auch der sich neu entwickelnde Markt der E-Ladeinfrastruktur in den Blickpunkt der Wettbewerbsbehörden. In diesem Artikel werden damit im Zusammenhang stehende relevante Fragen diskutiert: Könnten Oligopolbildung und Kollusion den Aufbau der E-Ladeinfrastruktur gefährden? Wird das Kartellrecht als Bremse oder als Beschleuniger für die E-Mobilität wirken? Welche Rolle spielen Preisgestaltung und Transparenz im Wettbewerb um E-Ladestationen? In Zusammenschau mit deutschen und britischen Marktuntersuchungen wird der österreichische Markt der E-Ladeinfrastruktur analysiert und von anderen Märkten, insbesondere dem Tankstellenmarkt, abgegrenzt. Es stellt sich heraus, dass trotz einiger Parallelen insbesondere zu potenziell wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen Unterschiede in Struktur, Aufbau und Zielgruppe bestehen. Im Mittelpunkt der Analyse stehen im Sinne des Art 101 AEUV bzw der §§ 1 ff KartG wettbewerbsrechtliche Verhaltensweisen wie die Preisgestaltung. In diesem Zusammenhang erweist sich das Ad-Hoc-Laden als wettbewerbsfördernd, während sich hingegen „Bundling“ negativ auf die Transparenz der Preise auswirken könnte. Oligopolbildung und potenzielles Kollusionsverhalten spielen bisher im Tankstellenmarkt eine Rolle, könnten in weiterer Folge allerdings auch den E-Ladeinfrastrukturmarkt beeinträchtigen. Es werden schließlich ein Blick in die Zukunft geworfen und potenziell entstehende Problemkreise aufgezeigt.

