Mit ihrer bereits berühmt gewordenen Monographie „The Brussels Effect: How the European Union Rules the World“ (Oxford 2020: Oxford University Press) hat sich die finnisch-amerikanische Rechtswissenschaftlerin Anu Bradford im internationalen Kontext einen Namen gemacht, weshalb auch die ÖZK sie eingehend besprochen hat (Rezension Kornbeck, ÖZK 2021, 36–37). Denn darin hat Bradford anhand empirischer Untersuchungen in den Regulierungsbereichen Wettbewerbspolitik/Kartellrecht, Digitales/Datenschutz, Gesundheits-/Verbraucherschutz sowie Umweltschutz der sonst nicht selten (zumindest im anglofonen Ausland) als Papiertiger dargestellten Union eine Rolle als weltweit führende regulatorische Supermacht attestiert. In ihrem neuen Buch nimmt Bradfords Reflexion nun neue Züge an und adressieren direkt den Konkurrenzkampf zwischen der EU, den USA und der VR China – also nicht nur unter Feinden, sondern auch unter Freunden. Im Fokus dieser Darstellung stehen der Datenschutz und die Regulierung von allem Digitalem, doch das Kartellrecht ist ebenso omnipräsent wie fiskalische Fragen.