Der Beitrag untersucht den rechtlichen Umgang mit Sterbeverfügungen im Einsatzalltag von Polizei, Rettungsdiensten und Ersthelfern. Da das StVfG zwar die Errichtung der Verfügung, nicht aber die konkrete Durchführung des Suizids oder die Rolle Dritter regelt, ergeben sich erhebliche Unsicherheiten zwischen dem verfassungsrechtlich geschützten Selbstbestimmungsrecht und bestehenden Hilfeleistungspflichten. Anhand von Praxisfällen zeigt sich, dass Einsatzkräfte mitunter reanimieren, obwohl eine wirksame Sterbeverfügung vorliegt. Der Aufsatz arbeitet die maßgeblichen Rechtsfragen heraus, analysiert Haftungsrisiken und zeigt auf, wann Reanimationspflichten entfallen. Abschließend werden praxisnahe Handlungsempfehlungen und rechtspolitische Reformvorschläge formuliert.

