Bei Lohnverhandlungen gibt es in aller Regel Brösel. Je nach Branche und deren Vertretern sind die Dispute um angemessene Erhöhungen leiser oder lauter. Sang- und klanglos wie im Herbst, wo für die Metallindustrie schon in der ersten Runde ein „Krisenabschluss“ besiegelt worden ist, wird die Frühjahrslohnrunde wohl nicht. Die Metallindustrie schloss deutlich unter der Jahresinflation von 3,6 Prozent ab. Die Ist-Löhne stiegen um 1,4 Prozent, die KV-Löhne um zwei Prozent. So billig wollen es die Gewerkschaften heuer nicht geben. Sie fürchten, dass die Herbstlohnrunde, die immer ein Signal für andere Branchen ist, bis zur Frühjahrslohnrunde ausstrahlen könnte. Nicht nur Krisenbranchen würden sich bei den aktuellen Verhandlungen im Windschatten der bescheidenen Herbstabschlüsse bewegen.

