Es ist ein wenig wie ein Déjà-vu aus den frühen Nullerjahren. Selbst gestandene, sanierungserprobte CEOs, die ohne Hilfe ihrer Sekretärin nicht einmal den PC einschalten konnten, lagen damals im Dotcom-Fieber. Bis zum Platzen der gleichnamigen Blase machte so manche Old-Economy-Firma viel Geld locker für die Versprechen der selbstbewussten, redegewandten Internetjünger. Und nun? Heerscharen von Managern erliegen dem omnipräsenten Mantra von Disruption und Digitalisierung und verehren Start-ups als Zukunftsverheißung und neuen Motor der Wirtschaft. Ganz Hartgesottene pilgern sogar ins Silicon Valley und geben sich mit Sneakers und Kapuzenpullover oder – noch schlimmer – Hipster-Bärten auch äußerlich als Anhänger der Start-up-Religion zu erkennen.

