Für Misserfolg bzw. nicht ausgeschöpften Unternehmenserfolg werden u. A. folgende Gründe genannt: mangelhaft operationalisierte Strategien, nicht realisierte Synergien und Technologieveränderungen. Ich argumentiere dafür, dass dies oft nur Symptome für tiefer liegende Ursachen sind. Eine Wesentliche, die in der Unternehmenspraxis bisher kaum berücksichtigt wurde, ist dynamische Komplexität. Dynamische Komplexität ist eine Systemeigenschaft, die durch Verzögerungen, Rückkopplungsbeziehungen, Akkumulationen und Nichtlinearitäten entsteht. Dynamische Komplexität unterscheidet sich hinsichtlich der Managementimplikationen fundamental von Detailkomplexität. Der größte Hebel zur nachhaltigen Verbesserung von Unternehmenserfolg liegt im systematischen Management dynamischer Komplexität. Im Unternehmen ist dies insbesondere eine Aufgabe des Controllings. Dieser Artikel stellt die integrierte qualitative Feedbackmodellierung – ein Bestandteil der Business-Dynamics-Methodik – als eine Möglichkeit vor, dynamische Komplexität zu erfassen und zu steuern. Obwohl die Methode in den letzten Jahren verstärkt Einzug in die Praxis gefunden hat, steht eine Integration der Methode in Studien- und Ausbildungsprogramme oft noch aus. Durch die Anwendung der integrierten Feedbackmodellierung kann das Controlling einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Rationalität in dynamisch komplexen Entscheidungssituationen zu erhöhen.

