Bauvorhaben bergen ein beträchtliches Konfliktpotenzial. Planungs- und/oder Ausführungsfehler münden nicht selten in kostenintensive Zivilprozesse, die komplexe prozessuale Fragen aufwerfen können: von der Bestimmtheit des Klagebegehrens (samt sachgerechter Staffelung von Eventualbegehren) über die strategische Einbindung Dritter durch Streitverkündung oder Nebenintervention (FN ) bis hin zur richtigen Verzeichnung vorprozessualer Kosten. Zusätzlich zu diesen praktischen Herausforderungen erzwingen tiefgreifende Veränderungen der gesetzlichen Grundlagen Anpassungen etablierter Prozessstrategien. Mit dem Gewährleistungsrichtlinien-Umsetzungsgesetz (GRUG) (FN ) hat der Gesetzgeber beispielsweise ein neues Fristenregime und die Möglichkeit geschaffen, gewährleistungsrechtliche Gestaltungsrechte - namentlich Preisminderung und Vertragsauflösung (vormals Wandlung) - außergerichtlich auszuüben. Vor diesem Hintergrund widmet sich der vorliegende Beitrag ausgewählten prozessualen Fragen rund um die Durchsetzung bzw Abwehr von Gewährleistungsansprüchen in Bauprozessen. Ziel ist es, die wichtigsten Neuerungen durch das GRUG und ihre prozessualen Implikationen herauszuarbeiten und die sich daraus ergebenden strategischen Handlungsspielräume für die Prozessführung aufzuzeigen.

