Trotz bester Präventionsmaßnahmen ist ein Konflikt in manchen Fällen nicht vermeidbar. Allzu oft scheint der Weg zum Gericht als einziger Ausweg, um sich selbst Recht zu verschaffen oder Schaden vom Familienunternehmen abzuwenden. Liegt keine besondere Regelung vor, steht der Gang zum staatlichen Gericht immer offen. Zu Recht schrecken viele Leute vor so einem Schritt zurück, ist er doch in der Regel ein Zeichen des endgültigen
Abbruchs der gemeinsamen Beziehungen (point of no return) und vor allem mit vielen Kosten verbunden. Ressourcen müssen in Prozesse investiert werden, die keine Wertschöpfung darstellen. Darüber hinaus ist gerade der Familienbereich ganz stark von persönlichen Komponenten geprägt. Wenn Kinder im Spiel sind, strahlen Streitigkeiten im Familienunternehmen zwangsläufig auch in das Privatleben aus, sei es, dass man auf die künftige Kooperation und Kooperationsbereitschaft des Gegenübers in irgendeiner Form weiterhin angewiesen ist (zB Betreuung der gemeinsamen Kinder) oder dass die gemeinsamen Kinder ebenfalls im Unternehmen arbeiten und plötzlich mit einem
Loyalitätskonflikt zwischen Vater und Mutter konfrontiert sind.