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I. Fazit und Plädoyer (Amort)

Amort1. AuflDezember 2022

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Vor dem Hintergrund, dass Deutschland im Jahr 2022 seine natürlichen Ressourcen bereits am 125. Tag verbraucht hat,143143Der Spiegel (online) vom 4.5.2022, Die natürlichen Ressourcen für 2022 sind schon jetzt aufgebraucht. muss jedem einleuchten, dass wir dringend deutlich nachhaltiger leben müssen. Dies gilt auch für unseren Konsum. Doch das geltende Widerrufsrecht im E-Commerce torpediert nachhaltigen Verbrauch. Denn Konsumenten können zu leicht online-bestellte Ware zurückschicken. Überdies gefährdet die lex lata das unionale Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Eine Anpassung der geltenden Rechtslage ist also zu unserer Existenzsicherung, aber auch zur Einhaltung der Unionsziele dringend erforderlich. Konkret sollte eine Mindestrücksendegebühr im unionalen Verbraucherrecht eingeführt werden, wofür die Verbraucherrechterichtlinie zu ändern wäre. Nutzt der Verbraucher die Ware übermäßig, muss ihm das Widerrufsrecht versagt werden. Zu flankieren sind diese gesetzgeberischen Maßnahmen mit verstärkter Verbraucheraufklärung und -sensibilisierung sowie mit Förderung von Technologien, mit Hilfe derer Konsumenten die Tauglichkeit der Ware bereits vor der Bestellung testen können. Ergreifen wir dieses Maßnahmenbündel, können wir dem Fehlanreiz des geltenden Verbraucherwiderrufsrechts im E-Commerce wirksam begegnen und einen deutlichen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten, für uns und die kommenden Generationen.

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