Bei den in der Praxis sehr häufigen innergemeinschaftlichen Warenlieferungen und grenzüberschreitenden Reihengeschäften innerhalb der EU wurden Modelle eines Blockchain-basierten umsatzsteuerbezogenen Beurteilungs- und Dokumentationssystems entwickelt, die Steuerausfälle bei der Umsatzsteuer, aber auch Haftungsrisiken von Steuerpflichtigen bei komplexen Reihengeschäften vermeiden sollen.180 Die Blockchain-Technologie wird dabei als besonders geeignet für den Bereich der Umsatzsteuer angesehen, da diesbezüglich die Unveränderlichkeit der Daten und die Datenkorrektheit neben einer möglichen Echtzeiterfassung von Daten eine erleichterte Überprüfung durch die Finanzverwaltung als möglich erscheinen lassen.181 Ein solches Konstrukt würde zu einer signifikanten Compliance-Vereinfachung und damit einer erhöhten Rechtssicherheit für betroffene Steuerpflichtige führen, da es eine Echtzeit-Anpassung von Sachverhaltsänderungen ermöglicht, die zu einer Änderung der Umsatzsteuer führen würden; zudem würde ein solches System ressourcenschonende Effekte hinsichtlich von Betriebsprüfungen der Finanzverwaltung erzeugen.182 Es bleibt abzuwarten, inwieweit noch fortgeschrittenere technische Möglichkeiten die sich entwickelnde Gesetzgebung zur umsatzsteuerlichen steuerrechtlichen Erfassung und Überwachung von diesbezüglichen Krypto-Umsätzen beeinflussen werden.
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