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Geleitwort des Herausgebers

Riedler1. AuflMärz 2018

Schwarzfahrten mit Kraftfahrzeugen oder Eisenbahnen durch befugte oder unbefugte Personen werfen zahlreiche juristische Fragen auf, die im Schnittbereich zwischen materiellrechtlicher Haftung nach ABGB und EKHG sowie versicherungsrechtlicher Deckung nach KHVG und AKHB liegen. Die vorliegende Arbeit greift grundlegende Fragen der materiellrechtlichen Haftung sowie der versicherungsrechtlichen Deckung im Zusammenhang mit Schwarzfahrten auf und vertieft diffizile Problemstellungen im Bereich des Schadenersatz-, Regress- und Versicherungsrechts. Nach einleitenden Überlegungen zum Kreis der Haftungsadressaten im EKHG sowie der historischen Entwicklung der heute aktuellen Regelungen zur Schwarzfahrerhaftung widmet sich die Arbeit ausführlich der Struktur der Schwarzfahrerhaftung nach § 6 EKHG. In diesem Zusammenhang werden nicht nur der Begriff des Schwarzfahrers, alle Erscheinungsformen der Schwarzfahrt und die daraus resultierenden Haftungskonstellationen unter gleichzeitiger Berücksichtigung der jeweiligen Haftungsadressaten und Haftungsgründe ausführlich analysiert, sondern auch die für die Praxis so wichtigen versicherungsrechtlichen Deckungsaspekte aufgegriffen. Nur paradigmatisch seien erwähnt: aktiver eigenmächtiger Schwarzfahrer/angestellter Schwarzfahrer/Schwarzfahrt mit überlassenem Fahrzeug/Schwarzfahrt durch Überschreiten einer Genehmigungsbefugnis/Schwarzfahrt bei Weiterreichen des Fahrzeuges durch dazu nicht berechtigte Vertrauensperson/schuldhafte Ermöglichung der Schwarzfahrt durch den Halter (durch Verletzung des Schutzgesetzes nach § 102 Abs 6 KFG bzw durch unbefugte Weitergabe an Dritte bzw durch Verletzung eines erhöhten Sorgfaltsmaßstabes infolge erhöhter Inbetriebnahmewahrscheinlichkeit)/Haftung des Halters und/oder des Schwarzfahrers und/oder des Haftpflichtversicherers und/oder des Fachverbandes der Versicherungsunternehmungen/Solidarhaftung von Halter, Schwarzfahrer, Haftpflichtversicherer/Regresskonstellationen zwischen Halter, Schwarzfahrer, Haftpflichtversicherer etc. Mag.a Susanne Riedler analysiert umfassend den jeweiligen Stand von Rechtsprechung und Lehre, stellt analytische Überlegungen an, sieht und zieht die Querbezüge zum allgemeinen Zivil- und Versicherungsrecht und diskutiert die jeweiligen Fragen und Lösungsmöglichkeiten auch mit Blick auf die praktischen Auswirkungen. Bei der Behandlung der versicherungsrechtlichen Aspekte werden die Musterbedingungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung [AKHB 2015], in der Kaskoversicherung [AKKB 2015] sowie in der Rechtsschutzversicherung [ARB 2015] in die Betrachtungen einbezogen. Eine ausführliche Analyse der einschlägigen Judikatur der letzten 15 Jahre rundet das Werk ab und zeigt gleichzeitig die Praxisrelevanz des Themas. Die Arbeit beruht auf einer Diplomarbeit der Autorin, die von deren Betreuerin Univ.-Prof. Dr. Erika Wagner mit „Sehr Gut“ beurteilt worden ist.

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