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§ 2b GVG-B

Aktuelle FassungIn Kraft seit 12.6.2026

Beurteilung besonderer Bedürfnisse

§ 2b.

(1) Innerhalb von 30 Tagen ab Stellung des Antrags auf internationalen Schutz ist zu beurteilen, ob der Antragsteller besondere Bedürfnisse hat. In die Beurteilung ist insbesondere miteinzubeziehen, ob der Antragsteller zu einer der in Abs. 2 genannten Personengruppen gehört.

(2) Personengruppen gemäß Abs. 1 zweiter Satz sind insbesondere

  1. 1. begleitete oder unbegleitete Minderjährige,
  2. 2. Personen mit Behinderungen,
  3. 3. ältere Personen,
  4. 4. Schwangere,
  5. 5. homosexuelle, bisexuelle, inter- oder transgeschlechtliche Personen,
  6. 6. Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern,
  7. 7. Opfer von Menschenhandel,
  8. 8. Personen mit schweren Erkrankungen,
  9. 9. Personen, die an einer krankheitswertigen belastungsabhängigen Störung oder einer psychischen Erkrankung von vergleichbarem Gewicht leiden, und
  10. 10. Opfer von Zwangsehen, Kinderehen, Folter, Vergewaltigung oder sonstigen schweren Formen psychischer, physischer oder sexueller, insbesondere geschlechtsspezifischer, Gewalt.

(3) Die Beurteilung gemäß Abs. 1 erfolgt insbesondere anhand

  1. 1. sichtbarer äußerlicher körperlicher Merkmale, Äußerungen oder Verhaltensweisen des Antragstellers, oder
  2. 2. Äußerungen der Eltern oder des gesetzlichen Vertreters.

(4) Bei in Haft befindlichen Antragstellern ist die Beurteilung der besonderen Bedürfnisse, sofern sie noch nicht durchgeführt wurde, im Rahmen der Untersuchung der Haftfähigkeit durchzuführen. Abs. 1 bis 3 sind sinngemäß anzuwenden.

(5) Wenn die besonderen Bedürfnisse erst in einer späteren Phase des Asylverfahrens auftreten, sind sie zu diesem Zeitpunkt zu beurteilen. Abs. 1 bis 3 sind sinngemäß anzuwenden.

Zuletzt aktualisiert am

11.06.2026

Gesetzesnummer

10005762

Dokumentnummer

NOR40278166

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