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Kapitalbasierte Emissionen

ArtikelNicolas Prinz, Eva Six, Judith Derndorfer, Emanuel List*)*)Nicolas Prinz: Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr, Abeiterkammer Wien. Kontakt: nicolas.prinz@akwien.at
Eva Six: Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, Arbeiterkammer Wien. Kontakt: eva.six@akwien.at
Judith Derndorfer: Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, Arbeiterkammer Wien. Kontakt: judith.derndorfer@akwien.at
Emanuel List: Forschungsinstitut Economics of Inequality, Wirtschaftsuniversität Wien. Kontakt: emanuel.list@wu.ac.at
WuG 2025, 17 Heft 3 v. 17.10.2025

ZUSAMMENFASSUNG

Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es einer intensiven Diskussion über die Verantwortung für Treibhausgasemissionen. Derzeitige Emissionsbilanzierungssysteme verorten die Verantwortung entweder bei den Konsument:innen oder den Produzent:innen. Der kapitalbasierte Ansatz von Chancel und Rehm (2023) ordnet Emissionen den Eigentümer:innen von Produktionsmitteln zu. Denn Eigentümer:innen und Aktionär:innen haben direkten Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen und profitieren von klimaschädlichen Produktionsweisen. Unsere Analyse zeigt, dass die Emissionen stark ungleich verteilt sind: In Österreich entfallen 37,2 % der Emissionen auf das vermögendste Prozent, während die ärmsten 50 % nur 17 % verursachen. Vergleichbare Ungleichheiten sind auch in Deutschland festzustellen. Der überwiegende Anteil dieser Emissionen ist auf Unternehmenseigentum bzw. -beteiligungen zurückzuführen, wobei ein großer Teil davon im Ausland investiert ist. Diese Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit, die Kapitalbesitzer:innen stärker in die Verantwortung nehmen – etwa durch eine klimagerechte Steuerpolitik, Mitbestimmung im Betrieb und klare Regeln für klimaschädliche Produktion.

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