vorheriges Dokument
nächstes Dokument

Auftragsfertigung vs Lohnfertigung

SteuerrechtAufsatzAndreas Sinz, Klaus-Peter MengesTPI 2019, 47 - 52 Heft 2 v. 15.4.2019

Die von der BEPS-Initiative der OECD angestoßene Überarbeitung der OECD-VPL stellt in vielen Punkten eine Besteuerung nach Maßgabe der Wertschöpfung in den Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Verrechnungspreispraxis darauf eingestellt, bislang eher typisierend definierte Funktions- und Risikoprofile im Einzelfall zu hinterfragen und im Verhältnis Entrepreneur und Routinegesellschaft vermehrt Zwischenformen/hybride Unternehmenscharakterisierungen den Verrechnungspreisen zugrunde zu legen. Diese Entwicklungen stellen keinen Angriff auf den Fremdvergleichsgrundsatz dar, sondern sind letztlich vom Wunsch getragen, diesem im Einzelfall durch eine differenzierte Verrechnungspreisbestimmung besser zu entsprechen. Ausgelöst durch eine missverständliche Formulierung eines Nebensatzes in den deutschen Verwaltungsgrundsätzen zu Funktionsverlagerungen wird in der Betriebsprüfungspraxis jedoch zuletzt häufiger die Meinung vertreten, dass der Gewinn eines Auftragsfertigers bei Bestehen einer übergreifenden Einkaufsfunktion ohne Weiteres auf das Niveau von Lohnfertigern zu begrenzen ist. Eine solche Auslegung des Fremdvergleichsgrundsatzes entgegen der bislang etablierten typisierenden Charakterisierung ist allerdings bei näherer Betrachtung in vielen Fällen nicht sachgerecht. Vielmehr werden die Funktions- und Risikoprofile der Fertigungsunternehmen durch übergreifende Einkaufsfunktionen in der Regel nur marginal beeinflusst.

Sie möchten den gesamten Inhalt lesen?

Melden Sie sich bei Lexis 360® an.
Anmelden

Sie haben noch keinen Zugang?
Testen Sie Lexis 360® zwei Wochen kostenlos!
Jetzt testen!