Auf Initiative der OECD und der Europäischen Union hat Österreich in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung internationaler Gewinnverkürzung und Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting – BEPS) umgesetzt. Ob diese Instrumente ihre angestrebte Wirkung entfalten, ist für die Weiterentwicklung der internationalen Unternehmensbesteuerung von zentraler Bedeutung. Dieser Beitrag diskutiert aktuelle empirische Erkenntnisse auf Basis österreichischer Körperschaftsteuerdaten. Die Ergebnisse zeigen, dass österreichische multinationale Unternehmen zwischen 2012 und 2019 durchschnittlich rund 2 % ihrer steuerlichen Gewinne aufgrund internationaler Steuersatzunterschiede verlagerten. Gezielte Anti-Steuervermeidungsregeln reduzieren diese Gewinnverlagerung nachweislich. Demgegenüber entfalten reine Transparenzvorschriften nur begrenzte Wirkung, während Ausnahmeregelungen unternehmerische Anpassungsreaktionen begünstigen können. Schließlich verdeutlicht die Analyse den hohen Stellenwert administrativer Steuerdaten für die wissenschaftliche Evaluierung steuerpolitischer Reformen und eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der internationalen Unternehmensbesteuerung.

