Ausgangslage in Obsorgeverfahren
Obsorgeverfahren stellen Gerichte vor eine besondere Form der Entscheidungsfindung: Es geht nicht primär um vergangene Tatsachen, sondern um die Einschätzung künftiger Entwicklungen unter hoch emotionalen und konflikthaften Bedingungen. Richterinnen und Richter sind dabei mit der Aufgabe konfrontiert, auf der Grundlage begrenzter, oft widersprüchlicher Informationen Entscheidungen zu treffen, die tief in das Leben von Kindern und Eltern eingreifen und deren Folgen langfristig wirksam sind. Die zentrale Frage lautet dabei nicht nur, was bisher geschehen ist, sondern vor allem, wie belastbar, verlässlich und entwicklungsfähig die beteiligten Personen in Zukunft sein werden.

