Neben einer weltweiten Belastungsprobe für das Gesundheitssystem löste die Corona-Pandemie eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Krise von immensem Umfang aus. Sowohl politische als auch unternehmerische Entscheidungsträger müssen unter großem Zeitdruck Entscheidungen von erheblicher Tragweite treffen. Zahlreiche internationale Organisationen - darunter Transparency International, GRECO und IACA - weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Coronakrise nicht nur ein Nährboden für Interessenkonflikte, sondern auch für Korruption sein kann. (FN ) Auch wenn gegenwärtig schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen, ist klar, dass auch in Zeiten der Coronakrise uneingeschränkt die strengen Korruptions-Verbote im Medizinsektor und insb die Grenzen des Strafrechts zu beachten sind. Um Verstöße von Anfang an zu vermeiden, sollten bestehende Compliance-Systeme laufend aktualisiert und an die aktuelle Situation angepasst werden. Der Beitrag beginnt mit einer Darstellung möglicher Einfallstore für Korruption im Gesundheitswesen im Allgemeinen und beurteilt im Anschluss im Wirtschaftsleben besonders relevante Fallgestaltungen aus strafrechtlicher Sicht. Abschließend bietet der Beitrag Stoßrichtungen für die Erstellung oder Aktualisierung des unternehmensinternen Healthcare-Compliance-Systems.

