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Editorial

EditorialMichael Holoubek, Stephan SchwarzerÖZW 2026, 43 Heft 2 v. 15.3.2026

Liebe Leserin, lieber Leser, haben Sie sich bei der heurigen Urlaubsplanung überlegt, ob es noch genug Kerosin für die Flugzeuge gibt? Auch für die Retourflüge? Allein die Fragestellung rüttelt auf. Wir alle wissen: Bei den Folgen des Irankriegs und der Abkehr vom liberalen Welthandel geht es um weit mehr als nur Flugreisen, an der Energieversorgung hängt das Funktionieren der Volkswirtschaften. Bekannt ist aber auch, dass für die Europäische Union schon 2024 – vor der zweiten Amtsperiode von Präsident Trump – grundlegender Reformbedarf identifiziert wurde. Zwei große Europäer, Enrico Letta (Much more than a market) und Mario Draghi (The Future of European Competitiveness), haben 2024 festgehalten: Innovationsgeschwindigkeit sei ein Bremsklotz. Europäische Interessen müssten mehr im Fokus stehen und Entscheidungsprozesse schneller werden. Und – ein Evergreen – der europäische Binnenmarkt müsse vollendet werden. Zwei Jahre nach Vorlage seines Berichts bilanzierte Draghi, dass er kaum umgesetzt worden sei. 2026 hat sich die Lage durch den Iran-Krieg und dadurch bedingte Unterbrechungen von Handelsströmen dramatisch zugespitzt. Über 90% des Welthandels wird über die Meere abgewickelt. Unterbrechungen drohen neben dem Persischen Golf auch im Suez-Kanal und im Schwarzen Meer, dort als Begleiterscheinung des Ukraine-Kriegs. Wegen klimabedingten Niederwassers ist die Wasserstraße Rhein-Main-Donau nur eingeschränkt nutzbar. Schlüsselbetriebe wie Kohlekraftwerke und Stahlwerke sind auf die Binnenschifffahrt angewiesen.

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