Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse eines empirischen Lehrforschungsprojekts zum elektronisch überwachten Hausarrest (eüH) bei langen Anhaltedauern. Auf Basis qualitativer Interviews mit fünf Betroffenen wird untersucht, welche Belastungen der eüH mit sich bringt und wie diese individuell bewältigt werden. Besonders herausfordernd sind die rigide Zeitstruktur, die permanente Überwachung und die fehlende Flexibilität im Alltag. Diese Herausforderungen über einen längeren Zeitraum zu meistern, erweist sich als besonders schwierig. Gleichzeitig wird der eüH gegenüber der Justizanstalt klar bevorzugt. Die Studie zeigt, dass ein längerer eüH grundsätzlich machbar ist, jedoch mit steigender Dauer zunehmend flexiblere Regelungen, überwachungsfreie Zeiten und erweiterte Freiheiten erforderlich wären. Nur so können Belastungen reduziert und die Chancen auf eine nachhaltige Resozialisierung erhöht werden. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die aktuelle Reformdiskussion zur Ausweitung der eüH-Dauer auf 24 Monate.

