A. Ausgangslage
Ein kürzlich erschienener Sammelband1) beleuchtet Leben und Werk des großen österreichischen Juristen Oskar Pisko. Im Folgenden sollen jedoch nicht nur die Beiträge gewürdigt werden, die sich mit dem „Richter, Reformer, Rechtsgelehrten“ befassen (dazu unter Punkt C.). Das Werk enthält auch grundsätzlich angelegte, kritische Reflexionen über die neuere Zeitgeschichte (Nachkriegszeit).2) Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass die Universität Wien in der Nachkriegszeit (vor allem in den Sechziger- und Siebzigerjahren) eine fehlerhafte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu verantworten habe. Diese Kritik hat bereits im Rahmen der Tagung ein lebhaftes Echo ausgelöst.3) Der Diskurs soll hier fortgeführt werden (siehe sogleich unter Punkt B.).

