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Oskar Pisko und die neuere Zeitgeschichte – Bemerkungen über einen Tagungsband*)*)Thomale (Hg), Oskar Pisko – Richter, Reformer, Rechtsgelehrter (2024).

Korrespondenzo. Univ.-Prof. Dr. Friedrich HarrerJBl 2025, 544 Heft 8 v. 15.9.2025

A. Ausgangslage

Ein kürzlich erschienener Sammelband1)1)Das Buch dokumentiert eine Tagung, die am 11.04. und 12.04.2023 in Wien stattgefunden hat. beleuchtet Leben und Werk des großen österreichischen Juristen Oskar Pisko. Im Folgenden sollen jedoch nicht nur die Beiträge gewürdigt werden, die sich mit dem „Richter, Reformer, Rechtsgelehrten“ befassen (dazu unter Punkt C.). Das Werk enthält auch grundsätzlich angelegte, kritische Reflexionen über die neuere Zeitgeschichte (Nachkriegszeit).2)2) Oberhammer, „Was hier ...“ – Oskar Pisko und die Rechtslehre der Nachkriegszeit, in Thomale, Oskar Pisko 27 (27 ff). Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass die Universität Wien in der Nachkriegszeit (vor allem in den Sechziger- und Siebzigerjahren) eine fehlerhafte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu verantworten habe. Diese Kritik hat bereits im Rahmen der Tagung ein lebhaftes Echo ausgelöst.3)3)Repräsentativ etwa Kodek, Die handelsrechtliche Rechtsprechung 1898 bis 1905: Eine vergessene Monographie Piskos, in Thomale, Oskar Pisko 223 (223 f). Der Diskurs soll hier fortgeführt werden (siehe sogleich unter Punkt B.).

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