LINZ. Vorigen Freitag nahm das Ermittlungsverfahren in der Causa Hypo Alpe Adria Fahrt auf: Mehrere Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt und der ehemalige Vorstand Wolfgang Kulterer festgenommen. Trotz dieser aufsehenerregenden Entwicklungen ist eines festzustellen: Anders als in Deutschland kommt es in Österreich im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Misserfolgen weit seltener zu strafrechtlichen Ermittlungen oder gar Verurteilungen. Dies liegt nicht unbedingt am Grad der Effektivität der heimischen Strafverfolgungsbehörden, sondern vielfach an der unterschiedlichen Ausgestaltung des Untreue-Tatbestandes, der zentralen Norm des Wirtschaftsstrafrechts und eben auch Gegenstands der Hypo-Ermittlungen. Dabei geht es im Kern darum, wie weit das Strafrecht Parameter für das wirtschaftliche Handeln aufstellen kann und soll.

