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Die Zukunft alter Sorten steht auf dem Spiel

WirtschaftAlicia PragerDer Standard 2026/2723957Der Standard 2026, 14 Heft 7 v. 10.2.2026

Eigentlich hatte Veronika Müllner geplant, gewöhnlichen Roggen anzubauen. Sie kaufte Saatgut bei Großunternehmen und hoffte auf ertragreiche Ernten. Doch sie hatte auch noch anderes Saatgut zuhause. Saatgut, das ihre Mutter hinterlassen hatte und das bereits einige Jahre nicht genutzt worden war. Um die Keimfähigkeit zu erhalten, bepflanzte sie ein kleines Feldstück mit dem alten Berglandroggen, mit dem ihre Familie Jahrzehnte lang Brot gebacken hatte. Und siehe da: Das Getreide entwickelte sich in der hohen Lage der Waldviertler Gemeinde Bad Traunstein sehr viel besser als jenes aus dem zugekauften Saatgut. „Die Sorte hat sich an die rauen Bedingungen und die 900 Meter Seehöhe gut angepasst. Neuere Sorten sind häufig für den Weltmarkt auf hohe Ertragsmengen gezüchtet und für unsere Region nicht ideal“, erzählt Müllner. Sie versuche stattdessen, an möglichst viele alte Getreidesorten zu kommen und die Saat ihres Berglandroggens auch weiterzugeben.

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