Wer würde nicht liebäugeln mit der Idee: Ein Preisdeckel für Sprit könnte die Seelen der Autofahrenden trösten. Alleine die Sache hat Haken, wie der Blick in Nachbarländer zeigt. Deutschland etwa führte mit 1. Juni einen sogenannten Tankrabatt – eine vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoff – ein. Womit wichtige Preissignale wegfallen. Verbilligt man den Treibstoff, kurbelt man den Verbrauch an. Ökologisch wenig sinnvoll. Immerhin kam die Entlastung auch bei den Tankenden an. Allerdings profitieren tendenziell Besserverdiener mit größeren Autos und größerem Aktionsradius mehr davon. Menschen mit geringen Einkommen haben oft gar kein Auto. Sozial treffsicher ist das nicht. Auch Ungarn deckelte die Spritpreise, anfangs für alle, später für inländische Fahrzeuge. Unzulässig, wie die EU befand und dagegen rechtliche Schritte einleitete. Dazu kamen reichlich chaotische Situationen an den Tankstellen, als ausländische Tanktouristen ausgesperrt wurden. In Kroatien konnten viele kleine Tankstellen den Verdienstentgang nicht schlucken und sperrten laut Branchenvertretern zu. Kommentar Seite 20

