Große Infrastrukturprojekte stellen immer besonders herausfordernde Vorhaben dar, die auch erhebliche Anforderungen an deren Steuerung stellen. In der Regel sind dies Faktoren wie hohe Budgets, lange Laufzeiten und damit inhärent höhere Planungsunsicherheiten, erhebliche Risiken in der Umsetzung, Vorausvalorisierungseffekte sowie ein entsprechend großes Interesse der Allgemeinheit aufgrund der Finanzierung aus öffentlichen Geldern. Auf diese Rahmenbedingungen muss auch die Projektsteuerung und das-controlling ausgerichtet werden, um sinnvolle und adäquate Steuerungsinformationen an die diversen Stakeholder liefern zu können. Herkömmliche Ansätze sind hier nicht ausreichend und es zeigt sich vielmehr, dass ein spezifisch ausgerichteter Controlling-Ansatz notwendig ist. Zudem zeigt sich noch eine weitere „Bruchlinie“ in den Steuerungssystemen zwischen der Projektsicht und der Unternehmenssteuerung. Hier wird in vielen Fällen zu wenig Augenmerk auf eine durchgängige und vor allem effiziente Integration gelegt, was häufig in entsprechend aufwendigen und wenig zufriedenstellenden Vorgehensweisen resultiert (beispielsweise getrennte Systeme zwischen Projektwelt und Unternehmenscontrolling, aufwendige Abstimmungsprozesse, unzureichende Systemintegration und damit mangelnde Datenkonsistenz etc). Hinzu kommt, dass vielfach Errichtung und laufende Instandhaltung nicht integriert betrachtet werden und damit auch keine Durchgängigkeit in der Steuerung und insbesondere Kostenverfolgung besteht (Optimierung von Lifecycle-Kosten). Der folgende Beitrag liefert einen Impuls zur zukunftsfähigen Ausgestaltung von Projektsteuerung bzw -controlling großer Infrastrukturprojekte und greift einzelne wesentliche Handlungsfelder exemplarisch heraus. Auf eine Gesamtdarstellung aller relevanter Systembestandteile, Zusammenhänge und Facetten der Umsetzung wird hier aus Platzgründen verzichtet.

