Länger andauernde Krisen und Turbulenzen im Konzern stellen das lokale Management von Konzerngesellschaften in Krisensituationen vor umfassendere Herausforderungen als Geschäftsführer von eigenständigen Unternehmen. Dies ist im Wesentl ichen durch das Aufeinandertreffen des Trennungsgebots gemäß österreichischem Insolvenzrecht mit den intensiven operativen bzw. finanziellen Leistungsverflechtungen im Konzern bedingt. Während sich die österreichische Gesetzgebung (wie z. B. das GmbH-Gesetz, die Insolvenz- und die Konkursordnung) auf die Eigenständigkeit juristischer Personen und das Trennungsgebot bezieht, sind Konzernvorstände bemüht, die Wertschöpfung im Konzern zu verteilen und den Erhalt aller Tochtergesellschaften sicherzustellen. Maßnahmen wie z. B. die Liquiditätsaussteuerung, die bei kurzer Dauer der Krise zum Überleben des gesamten Konzerns beitragen, können bei länger andauernden Krisen für das lokale Management von Konzerngesellschaften zu signifikanten wirtschaftlichen und rechtlichen Herausforderungen führen.

