Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt hat die Art und Weise, wie Menschen arbeiten und miteinander kommunizieren, grundlegend verändert. Mobile Endgeräte und flexible Arbeitsmodelle ermöglichen zwar eine höhere Erreichbarkeit und Effizienz, führen jedoch gleichzeitig zu einer zunehmenden Entgrenzung der Arbeitszeit. Diese ständige Verfügbarkeit birgt Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten und erschwert die Trennung zwischen Beruf und Privatleben.1 Vor diesem Hintergrund gewinnt das sogenannte Recht auf Nichterreichbarkeit an Bedeutung. Es versteht sich als Schutzrecht der AN, außerhalb der regulären Arbeitszeit nicht zu arbeitsbezogenen Tätigkeiten oder Kommunikationspflichten herangezogen zu werden.2 Ziel ist es, die psychische und physische Gesundheit der Beschäftigten zu bewahren und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen.3 Der vorliegende Aufsatz untersucht die rechtlichen Grundlagen dieses Rechts und diskutiert mögliche Ansätze zu seiner praktischen Implementierung.

