UFS RV/1194-W/12

UFSRV/1194-W/125.4.2013

1. Die "Teilnahme vom Inland aus" im Kontext elektronischer Rechtsgeschäfte (Glücksspielabgaben) ist eruierbar. 2. Elektronische Lotterie gemäß §12a GSpG bedeutet keinen von § 862 ABGB abgehobenen Vertragsabschluss, sondern bezeichnet (hier) das Glücksspielangebot im Fernabsatz. 3. Die Spieleinsätze als "Preis" für die Hoffnung auf eine Gewinnchance sind der Bemessungsgrundlage "Jahresbruttospieleinnahmen" vorgelagert und schätzbar.

 

Beachte:
VfGH-Beschwerde zur Zl. B 617/2013 eingebracht. Mit Beschluss vom 21.11.2013 abgelehnt und dem VwGH zur Entscheidung abgetreten. VwGH-Revision zur Zl. Ro 2015/16/0003 eingebracht. Einstellung des Verfahrens mit Beschluss vom 26.02.2015.

Entscheidungstext

Zusatzinformationen

Materie:

Steuer, Finanzstrafrecht Verfahrensrecht, Glücksspiel

betroffene Normen:

§ 57 Abs. 2 GSpG, Glücksspielgesetz, BGBl. Nr. 620/1989

Schlagworte:

Spiel, Wette, Glücksspielabgaben, Schätzung, Freispiele, IP-Adresse, Geolokalisierung, tatsächlicher Aufenthalt, geografisch festlegbarer Ort, Inland, Ausland, Teilnahme, Offline, Online, vereinbarter Preis, Einsatz, Jahresbruttospieleinnahmen, Gewinnchance, Registrierungsort, Glücksspielangebot im Fernabsatz, Ausspielungen, Glücksspielabgabeninländereigenschaft, Glücksspiel, elektronisches Rechtsgeschäft, Elektronische Lotterie, Bildschirm, Handy, Server, unternehmerische Mitwirkung.

Verweise:

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