Bundesgesetze

Anhang 5 AWG 2002

Aktuelle FassungIn Kraft seit 21.6.2013

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Anhang 5

IPPC-Behandlungsanlagen

Teil 1

Kategorien von Tätigkeiten

  1. 1. Beseitigung oder Verwertung von gefährlichen Abfällen mit einer Kapazität von über 10 t pro Tag im Rahmen einer oder mehrerer der folgenden Tätigkeiten:
  1. a) biologische Behandlung;
  2. b) physikalisch-chemische Behandlung;
  3. c) Vermengung oder Vermischung vor der Durchführung einer der anderen in den Z 1 und 2 genannten Tätigkeiten;
  4. d) Neuverpacken vor der Durchführung einer der anderen in den Z 1 und 2 genannten Tätigkeiten;
  5. e) Rückgewinnung/Regenerierung von Lösungsmitteln;
  6. f) Verwertung/Rückgewinnung von anderen anorganischen Stoffen als Metallen und Metallverbindungen;
  7. g) Regenerierung von Säuren oder Basen;
  8. h) Wiedergewinnung von Bestandteilen, die der Bekämpfung von Verunreinigungen dienen;
  9. i) Wiedergewinnung von Katalysatorenbestandteilen;
  10. j) erneute Ölraffination oder andere Wiederverwendungsmöglichkeiten von Öl;
  11. k) Oberflächenaufbringung.
  1. 2. Beseitigung oder Verwertung von Abfällen in Verbrennungsanlagen oder in Mitverbrennungsanlagen
  1. a) für die Verbrennung nicht gefährlicher Abfälle mit einer Kapazität von über 3 t pro Stunde;
  2. b) für gefährliche Abfälle mit einer Kapazität von über 10 t pro Tag.
  3. 3. a) Beseitigung nicht gefährlicher Abfälle mit einer Kapazität von über 50 t pro Tag im Rahmen einer oder mehrerer der folgenden Tätigkeiten und unter Ausschluss der Tätigkeiten, die unter die Richtlinie 91/271/EWG über die Behandlung von kommunalem Abwasser, ABl. Nr. L 135 vom 30.05.1991 S 40, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1137/2008 , ABl. Nr. L 311 vom 21.11.2008 S 1, fallen:
  1. i) biologische Behandlung;
  2. ii) physikalisch-chemische Behandlung;
  3. iii) Abfallvorbehandlung für die Verbrennung oder Mitverbrennung;
  4. iv) Behandlung von Schlacken und Asche;
  5. v) Behandlung von metallischen Abfällen – unter Einschluss von Elektro- und Elektronik-Altgeräten sowie von Altfahrzeugen und ihren Bestandteilen – in Schredderanlagen.
  1. b) Verwertung – oder eine Kombination aus Verwertung und Beseitigung – von nicht gefährlichen Abfällen mit einer Kapazität von mehr als 75 t pro Tag im Rahmen einer der folgenden Tätigkeiten und unter Ausschluss der unter die Richtlinie 91/271/EWG fallenden Tätigkeiten:
  1. i) biologische Behandlung;
  2. ii) Abfallvorbehandlung für die Verbrennung oder Mitverbrennung;
  3. iii) Behandlung von Schlacken und Asche;
  4. iv) Behandlung von metallischen Abfällen – unter Einschluss von Elektro- und Elektronik-Altgeräten sowie von Altfahrzeugen und ihren Bestandteilen – in Schredderanlagen.

    Besteht die einzige Abfallbehandlungstätigkeit in der anaeroben Vergärung, so gilt für diese Tätigkeit ein Kapazitätsschwellenwert von 100 t pro Tag.

  1. 4. Deponien gemäß § 2 Abs. 7 Z 4 mit einer Aufnahmekapazität von über 10 t Abfall pro Tag oder einer Gesamtkapazität von über 25 000 t, mit Ausnahme von Bodenaushub- und Inertabfalldeponien.
  2. 5. Zeitweilige Lagerung von gefährlichen Abfällen, die nicht unter Z 4 fallen, bis zur Durchführung einer der in den Z 1, 2, 4 und 6 aufgeführten Tätigkeiten mit einer Gesamtkapazität von über 50 t, mit Ausnahme der zeitweiligen Lagerung – bis zur Sammlung – auf dem Gelände, auf dem die Abfälle erzeugt worden sind.
  3. 6. Unterirdische Lagerung gefährlicher Abfälle mit einer Gesamtkapazität von über 50 t.

    Werden mehrere unter derselben Tätigkeitsbeschreibung mit einem Schwellenwert aufgeführte Tätigkeiten in ein und derselben Anlage durchgeführt, so addieren sich die Kapazitäten dieser Tätigkeiten, wenn sie auf der Ebene der Tätigkeiten nach den Z 1 und 3 lit. a und b durchgeführt werden.

Nicht als Tätigkeiten im Sinne des Teil 1 gelten Forschungstätigkeiten, Entwicklungsmaßnahmen oder die Erprobung von neuen Produkten und Verfahren.

Teil 2

Relevante Stoffe

LUFT

  1. 1. Schwefeloxide und sonstige Schwefelverbindungen
  2. 2. Stickoxide und sonstige Stickstoffverbindungen
  3. 3. Kohlenmonoxid
  4. 4. Flüchtige organische Verbindungen
  5. 5. Metalle und Metallverbindungen
  6. 6. Staub einschließlich Feinpartikel
  7. 7. Asbest (Schwebeteilchen und Fasern)
  8. 8. Chlor und Chlorverbindungen
  9. 9. Fluor und Fluorverbindungen
  10. 10. Arsen und Arsenverbindungen
  11. 11. Zyanide
  12. 12. Stoffe und Gemische mit nachgewiesenermaßen über die Luft übertragbaren krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften 1)
  13. 13. Polychlordibenzodioxine und Polychlordibenzofurane 2)

WASSER

  1. 1. Halogenorganische Verbindungen und Stoffe, die im wässrigen Milieu halogenorganische Verbindungen bilden
  2. 2. Phosphororganische Verbindungen
  3. 3. Zinnorganische Verbindungen
  4. 4. Stoffe und Zubereitungen mit nachgewiesenermaßen in wässrigem Milieu oder über wässriges Milieu übertragbaren krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften 3)
  5. 5. Persistente Kohlenwasserstoffe sowie beständige und bioakkumulierbare organische Giftstoffe
  6. 6. Zyanide
  7. 7. Metalle und Metallverbindungen
  8. 8. Arsen und Arsenverbindungen
  9. 9. Biozide und Pflanzenschutzmittel
  10. 10. Schwebestoffe 4)
  11. 11. Stoffe, die zur Eutrophierung beitragen (insbesondere Nitrate und Phosphate)
  12. 12. Stoffe, die sich ungünstig auf den Sauerstoffgehalt auswirken (und sich mittels Parametern wie BSB und CSB messen lassen)
  13. 13. Stoffe, die in Anhang E Abschnitt II WRG 1959 idgF aufgeführt sind

Anmerkung: Hinsichtlich der Einstufung der Schadstoffkomponenten, welche durch R-Sätze charakterisiert werden können, wird auf die einschlägigen chemikalienrechtlichen Vorschriften, insbesondere auf die Chemikalienverordnung 1999, BGBl. II Nr. 81/2000, hingewiesen.

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  1. 1) Das sind Stoffe und Gemische als Anteile von Schadstoffen, zB mit Gefahrenhinweis R 49 oder R 45.
  2. 2) Im Sinne des § 3 Abs. 7 der Luftreinhalteverordnung für Kesselanlagen, BGBl. Nr. 19/1989, zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 324/1997.
  3. 3) Das sind Stoffe und Zubereitungen als Anteile von Schadstoffen, bei denen bei oraler Aufnahme entsprechende Auswirkungen hervorgerufen werden können, insbesondere bei Gefahrenhinweis R 45, 46, 60 oder 61.
  4. 4) Das sind „abfiltrierbare“ Stoffe.