1. Grundskepsis gegenüber Rechtsbeziehungen zwischen nahen Angehörigen
Im Steuerrecht besteht seitens der Finanzverwaltung eine Grundskepsis gegenüber Rechtsbeziehungen zwischen nahen Angehörigen, insbesondere, wenn diese – aufgrund des progressiven Steuertarifs – in der Gesamtbetrachtung zu einer Steuerreduktion führen. Diese Skepsis widerspiegelt sich in der Judikatur, aber auch in den Richtlinien der Finanzverwaltung: „Rechtsbeziehungen zwischen nahen Angehörigen sind darauf hin zu untersuchen, ob Steuerpflichtige durch eine Art ‚Splitting‘ ihre Steuerbemessungsgrundlage mittels Absetzung von Betriebsausgaben oder Werbungskosten dadurch zu vermindern versuchen, dass sie nahen Angehörigen Teile ihres steuerpflichtigen Einkommens in Form von in Leistungsbeziehungen gekleideten Zahlungen zukommen lassen, mit deren Zufluss diese jedoch idR entweder gar keiner Steuerpflicht oder bloß einer niedrigeren Progression unterliegen.“37 Ebenso skeptisch der VwGH: „Der Grund für diese Anforderungen liegt vor allem darin, dass der in der Regel zwischen fremden Geschäftspartnern bestehende Interessengegensatz bei nahen Angehörigen auszuschließen ist und durch die rechtlichenSeite 357

