OGH 17Os12/17v; 14Os141/25d (RS0131652)

OGH17Os12/17v; 14Os141/25d28.7.2026

Rechtssatz

§ 78 Abs 1 StPO schränkt die Anzeigepflicht auf Straftaten, die den „gesetzmäßigen Wirkungsbereich“ einer Behörde oder öffentlichen Dienststelle betreffen, also auf Wahrnehmungen im Rahmen ihrer hoheitlichen Befugnisse, ein.

Normen

BDG §45 Abs3
StGB §302 Abs1
StPO §78

17 Os 12/17vOGH25.09.2017

Beisatz: Soweit gesetzlich (vgl etwa § 45 Abs 3 BDG) weitergehende Meldepflichten ( bei Wahrnehmungen auch außerhalb der Hoheitsverwaltung), vorgesehen sind, ist deren Verletzung unter dem Aspekt von Strafbarkeit nach § 302 Abs 1 StGB ohne Bedeutung, weil diese (interne) Meldepflicht keinen Bezug zu einer der Behörde (oder öffentlichen Dienststelle) zukommenden Befugnis zu hoheitlichem Handeln (im Außenverhältnis) aufweist. (T1)

14 Os 141/25dOGH28.07.2026

vgl

Dokumentnummer

JJR_20170925_OGH0002_0170OS00012_17V0000_001

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