Die Außenprüfung in Österreich befindet sich seit mehreren Jahrzehnten in einem fundamentalen Wandel. Vom klassischen, vergangenheitsorientierten Prüfungsansatz der 1980er und 1990er-Jahre über die zunehmende Internationalisierung (multilaterale Kontrollen, Joint Audit, ICAP) und Digitalisierung im 21. Jahrhundert bis hin zur Einführung neuer Kooperationsmodelle wie der begleitenden Kontrolle zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Österreich steht damit im Einklang mit internationalen Entwicklungen der OECD und der EU, geht mit dem erfolgreichen Pilotprojekt "Horizontal Monitoring" und der nachfolgenden gesetzlichen Verankerung unter dem Titel "begleitende Kontrolle" (§§ 153a ff BAO) aber auch eigene Wege.Die Außenprüfung ist somit längst nicht mehr nur ein retrospektives Kontrollinstrument, sondern sie ist zunehmend zu einem Steuerungs- und Compliance-Instrument geworden, das auf Transparenz, Effizienz und Kooperation auf Augenhöhe setzt. Diese Transformation ist sowohl für die Finanzverwaltung als auch für die Unternehmen (und wohl auch die Beratung) eine Herausforderung als auch eine Chance: Unternehmen können von höherer Rechtssicherheit und planbarer Steuerlast profitieren, während die Finanzverwaltung Ressourcen auf Risikobereiche konzentriert und die Tax-Compliance systematisch stärkt.

