Ein verzweigtes Gespräch mit Ex-DFB-Chef Friedrich „Fritz“ Walter Keller, Gastronom, Unternehmer, Aufsichtsrat – Wir haben uns im „Schwarzen Adler“ verabredet. Hier, im Dachspitz seines Restaurants und Hotels in Oberbergen im Kaiserstuhl, versteckt sich das persönliche Büro von Friedrich Walter Keller, den alle Fritz nennen. „Winzer-, Küfer-, Kellermeister“ – all diese Bezeichnungen, die nicht mal ansatzweise die multiplen Begabungen des fußballbegeisterten, musikliebenden Winzers wiedergeben, des rastlosen Aufsichtsrats, des streitbaren Kommunikators, des Musik-Festival-Initiators und bodenständigen Oechsle-Pioniers, des radikalen Reformers. – Fritz bietet mir Wein an. An den gebeizten Holzbalken vorbei fällt mein Blick auf die Weinreben, die sich von der Nachmittagssonne hellgrün angestrahlt terrassenförmig gegen den strahlend blauen Himmel abheben. Obwohl im Wein die Wahrheit liegt, entscheide ich mich für Tee. Fritz genauso. Wir setzen uns an den großen runden Tisch und reden über Frauen und Kerle, Karrieren und Kinder, über „Hänschen klein“ und die Spieler von morgen, „Pinot & Rock“, politische Zukunftsmusik und Gärungsprozesse, Räte und Reben, Gott in Frankreich – über das Leben eben.

